Evangelische Kirchgemeinde Rehna - Kirch Grambow - Meetzen

++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++

  • Schrift vergrößern
  • Standard-Schriftgröße
  • Schriftgröße verkleinern
Start

Dankbare Pilzrückschau auf 2013

E-Mail Drucken PDF

Dankbare Pilzrückschau auf das Jahr 2013


Besonders in diesem Jahr hörte ich oft den Spruch: „Na, das war doch wohl ein tolles Pilzjahr!?“

Ich beginne mal ganz trocken: es war wie immer!   Es gab gute und schlechte Zeiten. Schließlich betrachte ich hier das ganze gesamte Jahr 2013 und nicht nur den Herbst. Der allerdings - war wirklich toll und geil und fetzig und cool und grandios; tierisch oder panisch würde Udo Lindenberg es nennen!  (ich komme gerade - heute ist der 1. März 2014 - aus Berlin vom Udo-Lindenberg-Musical zurück)  und dieser Pilzjahresreport ist ganz frisch im Internet. Deshalb dieser Zusatz mit "tierisch" und Udo Lindenberg. Zurück zum Jahresbeginn:

Nachdem ich am 4. Januar 2014 einen schönen großen Korb mit Pilzen nach Hause gebracht habe (Samtfußrüblinge, Austernseitlinge, Gelbfüßige Muschelseitlinge) und als Deko für den Hauseingang einen frischen Rotrandigen Baumschwamm), wurde es Zeit für die Pilzrückschau 2013.

Privat und beruflich war es für mich auch ein festliches Jahr mit fröhlichen und auch traurigen Ereignissen: dieses erste Foto ist wie eine festliche Girlande,die dieses Jahr umfängt (Orangebecherlinge).

Nun aber, wie gewohnt, eine chronologische Pilzrückschau.

Nein, ich sehe gerade, dass sich da zeitlich so manches über- und durcheinanderschlägt.    Also: nun erstmals alphabetisch. Damit tut sich die Möglichkeit und auch die Arbeit auf, alle Pilze, die ich in meinen bisherigen Pilzjahresrückschauen vorgestellt habe, in eine übersichtliche Legende für mich und für euch einzustellen. Nun denn, so möge es sein. Es geht los mit A.


Austernseitlinge, die wir schon öfter mal gebraten oder wie Gulasch zubereitet gegessen haben, lasse ich in der Regel in Ruhe, da sie nach nichts schmecken.

Auch diese hier, die ich schon im Oktober entdeckte, durfte mein Vater ernten.

Gerade erst gestern brachte ich wieder eine Lieferung rüber - alles ganz junge Exemplare aus dem Roggendorfer Moor; dieses Mal jedoch mit der Bitte, mir eine Portion übrig zu lassen. Ich muss doch mal wieder kosten, denn zu viele Leute behaupten, dass Austernseitlinge schmecken.


Agaricus bitorquis

Da ich keine weiteren deutschnamigen A-Pilze gefunden habe, geht es ein wenig lateinisch weiter. Die bis zu 50 Arten umfassende Gattung Agaricus - Egerlinge bzw. Champignons - begegnet mir in jedem Jahr. Diese paar Stadtchampignons sind eine freundliche Erinnerung wert, denn die brachte mir meine liebe Frau Angelika (die „Engelhafte“) nach langer Trockenheit von ihrem Weg zur Arbeit (bei Dr. Herbst) mit und eröffnete so die herbstliche Pilzsaison. Danke schön!


Amanita muscaria - der bekannteste Pilz in unseren Breiten

Der Fliegenpilz ist zwar nicht essbar, aber auch nicht so giftig, wie man gemein-hin denkt. Manche Völker oder Einzelpersonen nutzen ihn, sich zu berauschen.

Für uns ist er ein schöner Deko-Pilz und man findet ihn auch immer mal wieder in Massen auf unserer Pilzausstellung in Rehna. Der Name kommt übrigens daher, dass er früher - in Stückchen geschnitten und teilweise mit Zusätzen wie z.B. Milch - die Fliegen angelockt und berauscht hat, welche man anschließend nur noch vom Tisch fegen brauchte.


Ich mach mal deutsch weiter mit B wie Bovist. Vielleicht ist auch der Riesenbovist der bekannteste Pilz bei uns.

Hier macht er gerade ein wenig Akrobatik mit Hexenröhrlingen. Er ist als Speisepilz schön ergiebig. Man brät ihn als paniertes Schnitzel oder man macht eine sämige Pilzsuppe draus. Mit bis zu 7 Milliarden Sporen ist er in dieser Hinsicht der Weltrekordler. Wenn die alle was werden würden …


Birkenpilze haben wir auch wieder reichlich gefunden: normale, die vielverfärbenden und auch die recht seltenen weißen (Finderin: Angelika), was eine schöne Bereicherung für die Pilzausstellung war.

Diese Pilzsuche im Roggendorfer Moor war ein Auftragswerk vom Pilzverein. Wir waren mit Cousine Birgit und ihrem Mann Ralf unterwegs - Fotos von diesen treuen Pilztouristen, die uns jedes Jahr besuchen um gemeinsam mit uns Pilzabenteuer zu erleben, gibt es unter S wie Steinpilze.

C - Cortinarien, Schleierlinge. An diese Gattung mit deutschlandweit ca. 1000 Arten wagen sich nur wenige Experten. Sie sind als solche zu erkennen, wenn sie jung sind und über ihren Lamellen einen feinen Schleier haben. Viele Arten sind giftig, fast alle anderen ungenießbar. Der einzig bekannte Schleierling ist meines Wissens der dunkelviolette Klumpfuß, der allerdings sehr selten ist.

Ich hatte das Glück, zur Pilzausstellung welche zu finden.


Craterellus cornucopioides - zumindest das erste Wort lässt erahnen, was das für Pilze sind: kraterförmige eben - die Herbst- oder Totentrompeten, die der Rehnaer Pilzverein als Logo ausgewählt hat.


Auch in diesem Jahr fanden wir reichlich dieser leckeren Spätherbstpilze, die in den meisten Teilen Deutschlands recht selten sind, nicht so bei uns.

 

Dies war die allererste Pilzwanderung unseres Enkelchens Sophia.

Wegen der Ähnlichkeit und / oder Verwandtschaft kommen jetzt gleich die Trompeten-pfifferlinge an die Reihe, die ich erstmals in nennenswerter Größen-ordnung entdeckte,        ein guter Speisepilz.

 

 

Cantharellus tubeaformis (trompetenförmiges Füllhorn)

sehr hübsch: die gelben Stiele und die starke Gabelung der Lamellen


Buchstabe D: da kann ich nur zwei Drüslinge vorweisen,

den Stoppeligen und den Kandisbraunen Drüsling.



des weiteren Daedalea quercina, den Eichenwirrling,

alles „nur“ Dekopilze, aber durchaus mal als Mitbringsel geeignet; die Eichenwirrlinge bekam Schwägerin Hannelore.


Damit sind wir auch schon beim E. Da gibt es einen Pilz mit dem schönen Namen Eselsohr. Kein Speisepilz, nicht oft zu entdecken, Erstfund für mich.


Na, soll doll war das Foto nicht, dafür das nächste: F - Fichtenreizger

Diesen Pilz habe ich erstmalig im Reingericht gegessen. Es war nicht ganz so der Knaller. Vor wenigen Jahren zusammen mit Kuhmäulern war es ein Hochgenuss!



Bei den Reizgern, die zu den Milchlingen gehören, ist die Milch immer rötlich oder sie wird nach kurzer Zeit rötlich. Ansonsten kommen immer beide Farben vor: die karottenmäßige und die grünliche.


G - Gelbstieliger Muschelseitling (Sarcomyxa serotina)

Hier ein Foto aus der Zeit, da ich den Büchern glaubte, dass diese Verwechslungsart des Austernseitlings nicht essbar, da recht bitter ist.

Inzwischen habe ich sie als Beilage in dem von meinen Eltern zubereiteten Austernseitlingsgericht gekostet und sie haben sehr gut gemundet.

G - wie Goldmistpilz; ich finde sie immer in Mulch, vielleicht sollte ich mehr in Mist wühlen …


 


Kaffeebrauner Gabeltrichterling aus dem Brümmersaal (oder wie man das schreibt) - ein nicht so bekannter, wohlschmeckender Spätherbst-Pilz.



Gifthäublinge, die gefährlichen Doppelgänger des Stockschwämmchens; auch der lateinische Name mit G: Galerina marginata.

Auf dem rechten Foto sind zwei Stockschwämmchen mit dem typisch schuppigem Stiel, im Vergleich rechts der weißlich befaserte Stiel des Nadelhäblings, wie er früher meist genannt wurde. Er wächst aber genau so gerne auf Laubholz und kommt durch die Klimaerwärmung immer häufiger bei uns im Norden vor.

Goldröhrling


Massenvorkommen im Woitendorfer Wald



Das gibt oft Probleme: 1. das lang anhaltende Putzen (wegen der schleimigen Huthaut), 2. das Verzehren. Dieses Mal machte ich mir nur die Arbeit des Auf- und Verteilens. Allerdings blieb dann leider auch kein einziger Pilz für meine Bratpfanne übrig.


H wie Hallimasch                - ein ebenso dankbarer und treuer alljährlicher Massenspeisepilz.

Auch wenn man das Jahr über kaum Pilze findet - auf diesen Kollegen kann man sich schon im Voraus freuen. Wirtschaftlich gesehen ist er ein Schädling und bringt Bäume zum Absterben. Wenn er sich allerdings von solchen Baumstümpfen ernährt, dann kann man nichts gegen ihn haben.

 


Hier kokettiert er mit den hübschen Orangen Becherlingen.


Hexenröhrlinge

 


Da gibt es den Flockenstieligen Hexenröhrling, auch Schusterpilz genannt. Den fanden wir reichlich in Gesellschaft mit Steinpilzen im „Dohlen“, ein Wald bei Kneese. Er ist mindestens so schmackhaft wie seine Gesellschaft, aber oft noch hübscher und so gut wie immer frei von Maden, auch im hohen Alter. Seine samtige, wildlederartige Huthaut verschuf ihm wohl den Volksnamen, der ja besonders gut zu Rehna, der Schusterstadt, passt. Er gehört zu den ganz wenigen Pilzen, der mir immer großes Freudengekreische meiner Liebsten garantiert, wenn ich ihn mit nach Hause bringe.

Sein oft madiger Bruder, der Netzstielige Hexenröhrling, ist auch sehr lecker.

Ein anspruchsloses Kerlchen, der auch einfach so am Stadtrand unter Linden wächst und von unkundigen Leuten zum Bolzen benutzt wird. In meinen Pilzjahresberichten und auf meinem Teller taucht er jedes Jahr auf.

Na, wer kommt denn da den Stamm hoch gekrochen? Die Hundsrute, dieser kleine Stinker.


Die Pilze, die mit I beginnen, fruktifizierten 2013 nicht.


J - Judasohren Diese Ohrlappenpilze fand ich reichlich, besonders am Jahresende.               In 2012 hatten die ja auch komplett Pause gemacht.


Ich habe sie , weil ich in christlicher Nächstenliebe fast alle anderen Pilze verschenkt hatte, fast im Reingericht gegessen: nie wieder! Mal einer mit dabei im Winterpilzgericht, das ist okay, liebe ich doch die Vielfalt der Pilzaromen (und auch die Gnubschigkeit der Judasohren), aber der Geschmack pur …

Anders die:


Krause Glucke - und Krause Vater Meine erste große Krause Glucke

mit einer geschenkten. (seine Frau soll man ja nicht so nennen, auch, wenn sie Krause heißt).

Sie hat gerade so in den Korb gepasst, wurde dann gründlich gereinigt,


und scharf gebraten und schmeckte dann sehr gut (etwas nach Leberkäse).


Glänzender Lackporling (Rogg. Moor)


Kommen wir zu den Lorcheln. Nina brachte mir eines Tages Frühjahrslorcheln aus der Palinger Heide. Auf unserem Boden wachsen die nicht und so war es mal sehr interessant, ein paar leibhaftig zu Gesicht zu bekommen. Ein Foto habe ich nicht gemacht, schließlich hatte ich sie ja nicht gefunden. Auch ein Foto von der Langstieligen Lorchel, die ich zur Pilzausstellung beisteuern konnte, zeige ich hier nicht aus - Qualitätsgründen.

Dafür konnte ich erstmals die Herbstlorchel im kleinen Reingericht köstlich kosten: wunderbar!


Nun passen bei M natürlich gleich am besten die Morcheln, die ich 2013 kaum gefunden habe, aber auch die ergaben ein schmackhaftes Mittagsmahl.


Morchella esculenta, Speisemorchel M. gigas, Käppchenmorchel


hmm! mit Pellkartoffeln und Butter!


Hier wurden sie schon grün und waren dann ungenießbar.

 

Der nächste Beitrag ist etwas gruselig (freigeben ab 14 Jahren)

80 Mönchsköpfe in der Nähe eines ehemaligen Männerklosters bei Magdeburg.


Die hat Angelika entdeckt, einfach abgeschnitten und mitgenommen.


Aber sie bleiben in Gesellschaft alle beieinander. Zum Schluss gab es für alle ein Festmahl.


N wie Nebelkappe. Selbst im lateinischen Namen ist es neblig, genau so wie ihr Speisewert und ihre Verträglichkeit (Clitocybe nebularis). Wie essen sie nicht, schmeckt uns zu parfürmiert. Aber vor zwei Jahren hatten wir mal ein Gericht von ganz jungen Exemplaren aus der Nähe von Dresen, gebraten in ausgesuchtem Olivenöl, die waren echt lecker.

Durch anhaltend feuchtes Wetter gab es Riesenexemplare von über 30 cm Durchmesser.     Der große unten in der Mitte konnte gar als Tränke dienen.Nun kommt das O.


Orange Becherlinge in voller Pracht (10 mal so groß wie im Jahr zuvor), die ich reichlich nach einem Hinweis auf einem Grundstück im Milchsteig in Rehna zu Gesicht bekam. Mein Blick war zunächst auf die vielen Hallimasch gerichtet, die dort um die Baumstümpfe herum wuchsen. Diese orangefarbenen Wesen registrierte ich zunächst überhaupt nicht - mein Unterbewusstsein meinte wohl, das sind im Herbst abgefallene Blumenblütenblätter. Zudem sind sie auch noch essbar. Ich staunte aber nur Bauklötzer und machte schöne Fotos.


Nach dem Floralen nun etwas Tierisches.

Ich war schon fast am Baum vorbei, da hörte ich ganz leise: „Ätsch, hast mich nicht erwischt!“ Eine Ochsenzunge streckte sich mir frech entgegen.

Genauer: der Ruhm dieser Entdeckung gebührt meiner Schwiegercousine.

Die Zunge selbst wurde dann ein Ehrengast bei der Pilzausstellung.

Ich selbst durfte in den Herbstferien zwei Exemplare in Sachsen Anhalt erlegen.


Das rechte Exemplar ist die Verwechs- Selbst aufgeschnitten erinnert

lungsart „Schweinezunge“ und kommt die Struktur total an echte Zunge.

nur in echten Schweinen und an der Der Geschmack der Ochsenzunge

Fleischertheke vor; schmeckt interessant säuerlich.


Kommen wir zu P und damit zu den Porlingen.


Da fang ich mal mit zwei Exemplaren, mit zwei Klosettbrillen-großen Latschen an, die ich nicht gegessen habe: links der Riesenporling, der auch schon im Lateinischen so heißt: Polyporus giganteus (polyporus = viele Poren, ist ja klar; giganteus ist noch klarer) - er kann gut einen Meter Durchmesser erreichen und ist, wenn er noch ganz klein und jung ist, eine Delikatesse. rechts der Schuppige Porling, der jung ebenfalls essbar ist und dann ganz doll nach frischen Grurken riecht; dieses Exemplar war schon alt, aber ich fand ihn just in jener Nacht, als meine Tochter Christina geheiratet hatte.


Hier das Babystadium; Fund am Herrentag.


Dies ist die Vorderansicht. So schön terrinenmäßig übereinander gestapelt habe ich diesen Pilz noch nie gesehen, auch auf keinem Foto. Einen Teil haben wir nach unserer Himmelfahrts-Radtour natürlich gleich aufgefuttert - schön zubereitet als Pilzklopse. Aber dafür nahmen wir Fruchtkörper von weiter oben, die man hier nicht sieht. Dieses schöne Bild wollten wir auch noch anderen Wanderern gönnen (Wanderweg um den Wedendorfer See).

Der nächste Porling - ebenfalls jedes Jahr in meinem Pilzjahresbericht zu finden, weil ergiebig, unverwechselbar im Mai, schmackhaft, immer madenfrei …

der Schwefelporling. - hier an Stiel-Eiche,


- hier an Kirsche - hier im Kloster.

Ach, da kommt sicherlich schon wieder der Verdacht auf, dass es mir hauptsächlich ums Essen geht. Stimmt nicht ganz: Meine Waage, die laut Betriebsanleitung bis 130 kg wiegen soll, fing irgendwann in diesem Jahr an zu spinnen. Sie wog ungenau und zeigt Ende Oktober statt einer Zahl Folgendes an: „STOP“. Dabei hatte ich die Obergrenze von 130 kg noch gar nicht ganz erreicht (Matti giganteus explosivitas). Inzwischen wiege ich etliche Kilo weniger. Vielleicht hat mir folgender Pilz auf die Sprünge geholfen:


Wir sind noch bei P wie Polyporus.


Dies ist der Maiporling. Da ich aus den Pilzbüchern wusste, dass die Porlinge allesamt nicht giftig sind, habe ich ihn natürlich auch gekostet, Fazit: lecker!

leider aber zäh wie Leder!

Unten rechts, der mit dem Grünzeug ist einer dieser vegetarischen Kaugummis.

Sonst war das Mittagessen aber ganz in Ordnung (es gab ja auch noch andere Pilze).

 

Und noch etwas anderes: bei meinen wenigen Funden dieser Pilzart war ich mir nie sicher, ob es der Winter- oder der Sommerporling war: deshalb habe ich noch einmal in mehreren Bestimmungsbüchern nachgesehen: obwohl ich diesen Pilz immer schon im März / April fand, handelt es sich offensichtlich um den Sommerporling (Maiporling). Deshalb auch das nachfolgende Großbild mit den so ganz kleinen Porenöffnungen, welches diese Artenbestimmung unterstützt.

(Es ist ja auch recht weiß und kostet beim Ausdruck kaum Farbe.)

 

Fix noch ein Bild von Pfefferröhrling (Chalciporus piperatus) eingefügt und das P ist abgehakt.



Q - wie Quark - siehe bei Morchella gigas (aber nur ein Foto)


R - Raslinge


Da gibt’s nur kleine Fotos. Doch es erfüllt mich mit Stolz und Freude, dass ich erstmals zwei Raslingsarten gefunden habe: den Büscheligen und den FrostRasling. Beide sind essbar und wohlschmeckend.


S - Pilze (nicht zu verwechseln mit „Esspilze“, denn die heißen Speisepilze)

Mit diesem Buchstaben fangen die meisten Pilze an, sowohl in deutsch als auch in latein, jedenfalls in meiner Pilzrückschau. Mal sehen, wie ich das hinbekomme. Die meisten lateinischen Namen habe ich immerhin schon mit ihren deutschen Anfangsbuchstaben abgearbeitet.

"Sonnenschirmchen" nenne ich mal diese kleinen Dinger.


Schmusepilz“ könnte dieser kuss freudige Schelm genannt werden.


Fragt, wen ihr wollt: man kann nicht alle Pilze bestimmen, die man findet.

Wer mit Freude und Leib und Seele in die fabelhafte Welt der Pilze eintauchen möchte, dem sei das Buch „Pilze genießen“ ISBN 978-398-1461237 empfohlen.

Ich habe viele Pilzbücher- dieses aber kann ich besonders für Neu-Interessierte empfehlen, auch für Familien und Kinder: die Welt der Pilze wird ganzheitlich und farblich wunderbar gezeigt. So weit, so gut. Zurück zu meinen vergnügten Pilzfunden anno 2013.


Steinpilze fand ich zwar nur die eine Art Boletus edulis, dafür aber viele.


Es war sowohl ein privates Pilzesammeln mit Birgit und Ralf im Dohlen als auch ein dienstlich-ehrenamtliches für die Pilzausstellung. Wir hatten von reich-haltigen Steinpilzvorkommen gehört, aber als wir die vielen Autos mit Schweriner, Lübecker, Wismaraner … Nummern am Waldesrand sahen und Leute, die mit vollen Körben eben aus dem Wald kamen, da schwand die Hoffnung. Mitten im Wald trafen wir nach einer Stunde - unsere Körbe waren noch ziemlich leer - Katrin Richter und ein paar andere Leute aus Rehna. Auch deren Körbe waren voll. Auf unsere Frage hin, ob sie uns denn etwas übrig gelassen hätten, meinten sie, wir sollten noch ein paar hundert Meter gehen, dann beginnt von ihnen unangetastetes Terrain.

Und tatsächlich, nach kurzer Zeit waren unsere Körbe voll mit Steinpilzen und Flockenstieligen Hexenröhrlingen, so dass wir auswählen bzw. gar nicht alles mitnehmen konnten. Es wurde schon fast ärgerlich, denn die großen Pilze waren für die kleineren und selteneren Arten, die für die Pilzausstellung unten in den Körben lagen, eine Quetsch-Gefahr.

Zu Hause haben wir dann geputzt, blanchiert, eingefroren, gegessen und getrocknet bis es qualmte (Hände, Köpfe, Küche).


 


Spaltblättling (Schizophyllum commune)


Diese im Frühjahr im Garten entdeckten Pilze können ihre gespaltenen Lamellen öffnen und schließen und somit gut trockenen Wetterbedingungen standhalten.

Es sind zwar keine Speisepilze, aber doch etwas ganz Besonderes und sehr lieblich anzuschauen. Genau wie der Schirmling im Blumentopf, den Angelika mir in einer ansonsten völlig pilzlosen Zeit präsentierte. Da passt noch ein Bild daneben, nehmen wir mal die Schwefelritterlinge, die ich für die Pilzausstellung liefern konnte.


Samtfußrüblinge waren die zuerst geernteten: 1. Januar 2013 an Kastanie


Und es waren auch mit die letzten; die auf dem rechten Bild sind aus der Weihnachtszeit. Aber man nennt sie auch einfach Winterpilze, da mach ich dann noch ein schönes Foto von ihnen unter W auf die letzte Seite.

Diese Pilze waren für mich ein Rätsel. Anhaltender Regen hatte die sonst viel kleineren Sparrigen Schüpplinge total aufgebläht (der größere hat einen Hutdurchmesser von gut 20 cm) und auch noch die markanten Schuppen abgewaschen. Erst Torsten Richten konnte mir dieses Rätsel lösen, er machte mich auf die immer noch schuppigen Stiele aufmerksam.

Ich hatte zunächst an aufgeblähte Schwefelköpfe gedacht, später dann immerhin schon die richtige Gattung vermutet, nämlich den Hochthronenden Schüppling vermutet, den ich allerdings noch nie zu Gesicht bekam.


Apropos Schwefelköpfe. Diese rauchgrauen S. fand ich gemeinsam mit vielen ihrer Geschwister bei Oschersleben. Sie ergaben eine reichhaltige Mahlzeit für mehrere Personen. Aber einzelne Spione entdeckte ich schon im März bei Viet-lübbe.


Massenhaft Pappel-Schüpplinge (leider ungenießbar, weil bitter) fand ich an liegenden Pappelstämmen im Brümmersaal.

Das gab viele schöne Fotos und mit der Kettensäge ausgeschnittene Pilzgruppen für die Tage der Pilze im Oktober.


So, das war es wohl mit S. Unter T hätte ich viele Tintlinge fotografieren können, vielleicht ein paar Träuschlinge. Aber ich habe hier nur zwei Trameten.

Und die Totentrompeten hatte ich schon unter „Craterellus) abgehandelt.


Buckel-Tramete Zinnober-Tramete

Die Zinnobertramete ist hier noch ein Baby, erwachsen ist sie leuchtend rot.


In diesem Jahr lag bis in den April hinein Schnee. Bevor uns kalt wird, geht’s ab nach Italien. Wir verbrachten dort einen schönen Urlaub in der Toskana - meine erste Gelegenheit, mal Trüffel zu probieren.


Die rohen, hauchdünnen Scheiben der Sommertrüffel (Tuber aestivum) waren, wie das üblich ist, über das Gericht (Perlhuhn) gehobelt. Schon als die Küchentür des Ristorantos aufging, wehte mir ein wunderbarer Trüffelduft entgegen. Wirklich eine Delikatesse.


So, nun wird es doch noch einmal winterlich und sogar adventlich-weihnachtlich. Denn das letzte Foto zeigt noch einmal Samtfußrüblinge, an dieser Stelle heißen sie aber wie im Volksmund Winterpilze.


Diese hübschen Samtfüßchen, scheinbar auf dem Rasen wachsend, war um Weihnachten herum mit das letzte Pilzgeschenk im Jahr 2013 für mich.

Inzwischen hat ein neues Pilzjahr begonnen. Auf das vergangene zurückblickend kommen mir viele schöne Erinnerungen an Pilze, Natur und Menschen in den Sinn und viel Dankbarkeit ins Herz.

 

 

Sprachen/Languages