Evangelische Kirchgemeinde Rehna - Kirch Grambow - Meetzen

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Start Ausgew. Predigten von Pastor Ortlieb Taufpredigt 13. Juni 2010
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Predigttext: Er ist gekommen und hat im Evangelium Frieden verkündigt euch, die ihr fern wart, und Frieden denen, die nahe waren. Denn durch ihn habe wir alle beide in einem Geist den Zugang zum Vater. So seid ihr nun nicht mehr Gäste und Fremdlinge, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, erbaut auf den Grund der Apostel und Propheten, da Jesus Christus der Eckstein ist, auf welchem der ganze Bau ineinander gefügt wächst zu einem heiligen Tempel in den Herrn. Durch ihn werdet ihr miterbaut zu einer Wohnung Gottes im Geist. Eph.  2,17-22

Taufe von

Maren Altenburg

Birte Altenburg

Juliane Berger

Erik Berger

Andre Berger

Liebe Gemeinde, liebe Taufgesellschaft, liebe Kinder,

Jeder von Euch, jeder von Ihnen wohnt glücklicher Weise in einem Haus. Doch da sind ganz unterschiedliche Häuser, in denen ein jeder von uns heute Morgen erwacht ist. Maren und Birte z.B. wohnen in einem Blockhaus, da bestehen die Wände durchgehend aus dicken Baumstämmen – die Wände innen sind so ohne Tapeten oder Putz. Erik wohnt in einem sogenannten Neubaublock in Löwitz. Andere von uns leben in einem Eigenheim. Ich wohne mit meiner Familie, Hund und Katze in einem Haus, in dem Jahrhunderte lang Pastoren zu Hause waren. Es gibt sogar Leute unter uns, die leben in einem Schwedenhäuschen, das sieht so aus wie bei Petterson und Findus.

Gott sei Dank, dass wir alle in einem Haus wohnen dürfen, in dem wir Geborgenheit finden können, Ruhe und Schutz vor Wind und Wetter – wie vor drei Tagen bei dem starken Regen. Gemeinschaft mit Eurer Familie und Freunden erlebt Ihr in Euren Häusern; Ihr feiert dort Weihnachten, Ostern und Geburtstag. So sind Eure Häuser auch Orte, wo man sich begegnet und zusammen sein kann.

Aus unseren Häusern sind wir hier zusammengekommen, in ein anderes Haus. Von diesem Haus hier kann man fast nur in Extremen reden. Das Haus, in dem wir gerade sind, ist das höchste Haus in der Stadt. Es ist das aller, aller älteste Haus im Ort. Und es ist auch das größte Haus von der Fläche her gesehen – verbunden mit der Klosteranlage. Und es ist das Haus in der Stadt, das die allermeisten Geschichten erzählen könnte. Denn es hat während der Jahrhunderte nach seiner Erbauung viel erlebt. Das Haus könnte erzählen von den Rittern aus dem Mittelalter, die hierher gekommen sind, von Mönchen und Nonnen, von Pestkranken und Hexenverfolgung, von Plünderungen während all der Kriege. Diese vielen Geschichten hat das Haus, in dem wir gerade sind, alle miterlebt.

Das höchste, älteste, größte und an Geschichten reichste Haus in Rehna ist unsere Kirche. Und weil es in alle Richtungen so extrem ist, finde ich, passt es gut zu dem, für den dieses Haus gebaut wurde.

Was meint ihr denn Kinder, für wen ist dieses Haus einst gebaut worden? (für Gott)

Gott ist auch – wie dieses Haus, das ihm zu Ehren gebaut wurde – extrem, unfassbar. Gott ist der Größte und Mächtigste, weil er die Welt geschaffen hat. Gott hat die meiste Liebe, weil er alle Menschen, Tiere und Pflanzen gern hat. Er ist die Liebe selbst. Gott finden wir auch im Kleinsten, im Geringsten, weil er sich nicht an seine Größe und Macht klammert.

Das Haus hier, in dem wir jetzt sind, ist gebaut worden, damit wir Menschen Gott ganz nah sein können. Es soll mit seiner Größe auf den Größten weisen. Und in der Kirche mögen die Menschen Worte aus der Bibel über Gott hören, christliche Lieder singen und zu Gott beten. Was meint Ihr, die Wände hier sind voller Gebete, Gebete der Freude und Gebete der Klage und Trauer.

Nun kann man natürlich auch in seinem eigenen Haus beten und in der Bibel lesen, auf der Straße oder im Wald. Aber es ist gut, wenn es dafür besondere Orte gibt wie unsere Kirche. Das hilft.

Was meint Ihr denn, wem gehört die Kirche? …

Gott ist fast richtig. Gott gehört ja alles, somit auch unsere Kirche.

Aber jetzt verrate ich Euch mal was. Die Kirche gehört ab jetzt auch Juliane, Andre, Erik, Maren und Birte. Denn mit der Taufe, die Ihr heute bekommt, ist diese Kirche – das größte, höchste und älteste Haus im Ort – auch Euer Zu Hause. Ihr seid nach Eurer Taufe: Keine Gäste und Fremdlinge mehr in diesem Haus, wie es im Predigtwort heißt, sondern Gottes Hausgenossen. Na ist das was? Gottes Hausgenossen.

Ich wünsche Euch, dass Ihr Euch in eurer Kirche wohlfühlt, dass Ihr gern hierher kommt und Ihr immer wieder Schönes entdeckt. Vielleicht auch, wenn Ihr traurig seid, Ihr hier Trost findet.

Nun will ich noch einen Schritt weitergehen.

Das Wort Kirche ist ja ein Teekesselchen, also ein Wort, die verschiedene Bedeutung hat. Zum einen ist Kirche dieses Haus hier, zum anderen bedeutet Kirche aber auch die Gemeinschaft der Christen auf der ganzen Welt. Und stellt Euch mal vor: Durch Eure Taufe heute werdet Ihr nicht nur Eigentümer der Klosterkirche Rehna, sondern Ihr gehört von nun an auch zu der weltweiten Gemeinschaft aller Christen.

Ihr seid Teil der Kirche auf der ganzen Erde, Mitbürger der Heiligen.

Die Gemeinschaft der Christen in unserem Ort, aber auch weit darüber hinaus, ist wie ein Haus, in dem man wohnen kann. Eine Art unsichtbares Haus. Im Predigtwort heißt es, das Fundament des Hauses sind die Apostel und Propheten, die Menschen also, die als erstes begriffen haben, dass Gott uns liebt. Von den Aposteln und Propheten haben wir die Bibel und damit die Grundlage. Der Eckstein – also der wichtigste Stein des Hauses Kirche – ist jedoch Jesus Christus.

Und in diesem Haus – Gemeinschaft der Christen – lebt Gott. Im Predigtwort heißt es: Dieser Bau Kirche, bestehend aus all den Christen, ist die Wohnung Gottes.

Und Ihr seid durch Eure Taufe Teil des Hauses Kirche und damit Gottes Hausgenossen.

Ihr wisst ja, dass man in einem Haus Schutz und Geborgenheit finden kann. Gemeinschaft erlebt man im Haus zusammen mit der Familie und anderen Menschen.

So möge es auch in diesem unsichtbaren Haus Kirche sein. Jeder Christ ist Teil dieses Hauses. Gemeinsam sind wir das Haus, in dem Gott wohnt im Geist.

Mögen wir, Sie und Ihr in diesem Haus auch immer wieder Geborgenheit, Schutz und Gemeinschaft finden. Mögen wir auch selbst zum Gelingen des Baus beitragen. „Komm bau ein Haus, das uns beschützt…“

- Amen -

 

 

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