Evangelische Kirchgemeinde Rehna - Kirch Grambow - Meetzen

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Konfirmation 2011

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„Du tust mir kund den Weg zum Leben: Vor dir ist Freude die Fülle.“ (Psalm 16,11), so lautet der Konfirmationsspruch sowohl von Hauke als auch von Herrmann. Sandros steht in Psalm 119: Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Wege“ Sophias und Jakobs Spruch aus dem 23. Psalm erzählt vom finsteren Tal, das mitunter durchschritten werden muss, wobei ich gewiss sein kann, dass Gott mich begleitet.

 


Gemeinsam ist all diesen Sprüchen, die Ihr Euch ausgewählt habt, das Motiv des Weges.

In der Bibel bedeutet es Unheil oder Unglück, wenn man im Dunkeln tappt; wenn man nicht weiß, wo es langgeht; wenn man keinen Weg mehr für sich erkennt.

Ich wünsche Euch, liebe Konfirmanden, dass Ihr in Eurem Leben immer einen Weg erkennt, den Ihr gehen könnt. Einen Weg, der zum Guten führt, zum Licht, zum Glück.

Als Zeichen dafür erhält jeder von Euch einen Kompass. Einen Wegweiser also.

Was ist erforderlich, dass man einen Kompass, so einen Wegweiser, auch benutzen kann? Im Wolkenkuckucksheim kann man einen Kompass nicht gebrauchen. Irgendwo im Weltall funktioniert er nicht. Die Erde, die Vererdung ist nötig. Erst dann ist der Kompass brauchbar. Christsein bedeutet: Mit beiden Beinen auf der Erde stehen.

Und dann kommen wir gleich zum Zweiten. Ich brauche einen Standpunkt, von wo aus ich den Kompass eintarieren kann.

Was bedeutet es eigentlich, erwachsen zu sein?

Jugendweihe oder Konfirmation wird ja landläufig als Eintritt in das Erwachsenenalter bezeichnet. Ist man erwachsen, wenn man den ersten Snaps trinkt oder das erste Mal einen Anzug anhat oder sich mit einem Mädchen oder Jungen küsst?

Ich kenne genug Menschen, die 40 Jahre und älter sind, die Alkohol trinken, einen Anzug tragen oder mit dem anderen Geschlecht rummachen und sich dabei kindisch, infantil verhalten.

Davon hängt das Erwachsensein also nicht ab.

Reif ist ein Mensch doch erst, wenn er einen eigenen Standpunkt hat und diesen auch verantwortungsvoll vertritt.

Das finde ich, nebenbei gesagt, schwach an der gegenwärtigen Jugendweihe. Es wird von den Teilnehmern an dieser Veranstaltung nichts erwartet, außer, dass sie sich schön kleiden und während der Feierlichkeit still sind. Kein Bekenntnis – zur Demokratie oder so – keine Standortbestimmung.

Das ist bei einer Konfirmation ganz anders. Der wichtigste Bestandteil der Konfirmation ist Euer Bekenntnis heute vor dem Altar, Eure Standortbestimmung.

„Hier stehe ich heute und jetzt vor Gott und dieser Gemeinde und bekenne, dass ich ein Leben als Christ führen möchte.“

Wenn Ihr nicht dazu bereit seid, könnt Ihr sitzen bleiben, feiern dürft ihr ja trotzdem.

Doch, wenn Du zum Altar kommst, dann verortest Du Dich. Heute und Hier. So wie es auf Deinem Kompass eingraviert steht: „Konfirmation Pfingstsonntag 2011“

Konfirmation heißt festmachen, sich verorten.

Und wenn Du dann Deinen Kompass in der Hand hältst und darauf vertraust:

„Du, Gott, tust mir kund den Weg zum Leben“

Dann wirst Du merken, dass die kleine Zeigenadel des Kompasses ausschlägt. Es gibt nämlich verborgene Kräfte in dieser Welt, die wirken ganz geheimnisvoll. Beim Wanderkompass ist es das Gravitationsfeld der Erde; nicht sichtbar und doch da, lebensnotwendig. Ähnlich ist Gott in Deinem Leben, nicht sichtbar und doch anwesend, lebensnotwendig. Man muss die Nadel seines Lebens nur auf diese Kraftquelle ausrichten. Mitunter gehört da ein wenig Übung zu.

Die christliche Erziehung in Eurem Elternhaus oder die Christenlehre, der Reli-Unterricht oder auch die Konfirmandenzeit sollten Euch helfen, mit diesem Lebenskompass umzugehen.

Den Wanderkompass muss ich einnorden. Bei meinem Lebenskompass muss ich immer wieder fragen: „Wo ist Gott?“ Und wenn ich mein Dasein danach ausgerichtet habe, kann ich meinen Weg bestimmen.

Welchen Weg soll ich gehen?

Wegweisend können die biblischen Geschichten sein, die Ihr kennengelernt habt. Geschichten von der Liebe zum Nächsten, wie die vom barmherzigen Samariter: Der Fremde, der anhält um einem zu helfen, der unter die Räuber gefallen ist.

Oder Geschichten von der Vergebung wie die von den aufgebrachten Menschen, die eine Frau verurteilen wollen. Und Jesus stellt sich zu ihr und sagt: „Wer unter euch ohne Fehler ist, werfe den ersten Stein!“ Und sie lassen ab.

Oder Geschichten von der bedingungslosen Liebe Gottes wie die vom verlorenen Sohn: Auf die falsche Bahn geraten, besinnt sich der Sohn eines Besseren und kehrt zum Vater zurück. Und dieser empfängt ihn mit offenen Armen.

Vielleicht bedeutet das Einnorden Deines Kompasses auch bei Dingen, die du entscheiden musst, zu fragen: Was würde Jesus dazu sagen?

Und dann geh deinen Weg!

Ein zweiter Bestandteil der Konfirmation ist Eure Segnung. Konfirmation heißt ja auch Einsegnung. Im Segen bekommt Ihr die Kraft Gottes zugesprochen, so dass Ihr Euren ganz eigenen Weg gehen könnt.

Und jeder, der in der Natur mit einem Kompass unterwegs ist, weiß ja auch, dass er immer wieder die Richtung kontrollieren muss. Da heißt es erst einmal innehalten, zur Ruhe kommen, den Kompass einnorden. Mitunter muss man nach dem Blick auf den Kompass umkehren, einen anderen Weg einschlagen – einen unbequemeren eventuell – oder man darf fröhlich weiterziehen.

Doch beachten muss ich meinen Kompass immer wieder, sonst kann ich allzu leicht in die Irre gehen. Behaltet Euren Kompass des Glaubens also immer dicht bei Euch, in Eurem Herzen.

Und dann kann es geschehen, dass so mancher Kompass seine Kraft verliert. Dann funktioniert es nicht mehr mit dem einnorden. Die Nadel springt willkürlich hin und her.

Beim Wanderkompass gibt es da einen einfachen Trick. Man nimmt einen Magneten und fährt damit immer wieder über die Nadel, so lädt sie sich auf und findet wieder das Kraftfeld der Erde.

Beim Glaubenskompass ist dieser Magnet zum einen das Gebet: Betet immer wieder, im Stillen für Euch. Oder sucht die Gemeinschaft mit anderen Christen im Gottesdienst oder anderen christlichen Kreisen. Ihr könnt auch einen anderen Christen bitten, dass er für Euch betet.

All das kann die Nadel Eures Kompasses wieder aufladen, so dass Ihr das Kraftfeld der Welt wieder findet.

Und, für uns Eltern ist der Tag der Konfirmation ein Meilenstein auf dem Weg, der uns zeigt, dass wir Euch mehr und mehr loslassen müssen. Das ist auch nicht leicht. Wir haben Euch getragen, mitgenommen auf unseren Wegen, Euch Richtungen gewiesen.

Doch Ihr werdet perspektivisch Eure eigenen Wege gehen, die wir nicht begleiten können. So ist das Leben gedacht. Da ist es gut zu wissen, dass Ihr einen Kompass bei Euch habt, der Euch den Weg weisen kann. Wir können dafür beten, dass Eure Kompassnadel immer aufgeladen bleibt und Ihr Euren Weg findet, der Euch ins Licht führt.

- Amen -

 

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