Evangelische Kirchgemeinde Rehna - Kirch Grambow - Meetzen

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Start Ausgew. Predigten von Pastor Ortlieb

Konfirmation 2010

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Predigttext: Epheser 6,10-17


Schließlich: Werdet stark im Herrn und in der Macht seiner Stärke! [...]Deshalb ergreift die ganze Waffenrüstung Gottes, damit ihr an dem bösen Tag widerstehen und, wenn ihr alles ausgerichtet habt, stehen bleiben könnt! So steht nun, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit, bekleidet mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit und beschuht an den Füßen mit der Bereitschaft zur Verkündigung des Evangeliums des Friedens! Bei alledem ergreift den Schild des Glaubens, mit dem ihr alle feurigen Pfeile des Bösen auslöschen könnt! Nehmt auch den Helm des Heils und das Schwert des Geistes, das ist das Wort Gottes!


Liebe Gemeinde, besonders: liebe Konfirmanden,


einen römischen Kämpfer beschreibt hier der Apostel Paulus – mit Waffenrüstung, Lendengurt, Brustpanzer, entsprechendem Schuhwerk, Schild, Helm und Schwert.

Da erinnert sich so mancher – gerade unter den Jungs – an die Tage der Kindheit. Wie viel Faszination ging damals von diesen römischen Helden aus. Da kam man ins Träumen.

Und Paulus fordert uns auf, werdet solche Kämpfer und „seid stark“.

Doch bevor ich hier meine Predigt fortsetze, möchte ich noch drei Herren und eine Dame zu Wort, zu Gehör kommen lassen. Ich vermute, die meisten von Euch, haben von den Vieren schon gehört.

Kennengelernt haben sie sich vor 12 Jahren. Und wo – natürlich – wo Ihr auch immer wieder hinkommen solltet: in der Kirche.

Die Vier nahmen an einem "ten sing – Projekt" des CVJM teil. Jetzt muss ich doch noch mal schnell übersetzen, was ich hier sage. CVJM heißt: Christlicher Verein junger Männer, heute Menschen. Und "ten sing" ist ein christliches Jugendprojekt dieses CVJM s, bei dem Jugendliche ihre eigene Kreativität erleben dürfen in der Beziehung zum christlichen Glauben. In Deutschland gibt es derzeit gut 200 "ten sing – Gruppen".

1998 haben sich die Vier also bei so einem "ten sing Projekt" kennengelernt und erfreuen heute ein Millionenpublikum mit ihren Lieder.

Also – es lohnt sich schon in der Kirche Musik zu machen, zu singen und zu musizieren. So manche haben dadurch entscheidende Weichenstellungen für ihr Leben bekommen und sind danach sogar berühmt geworden.

Also blas weiter im Posaunenchor, Richard; und für euch andere haben wir auch einen Gospelchor, vielleicht können wir auch noch ganz andere Musik miteinander machen.

Denn auf der Kirchenmusik liegt Segen – auch auf unserem Gesang hier in der Kirche oder in den Kreisen.

Ihr Konfirmanden wisst sicher, von welchen vier Musikern ich hier geredet habe. Spätestens jedoch, wenn Ihr ein Lied von ihnen hört, wird Euch der Name der Gruppe einfallen.

 


Sei wie der Fluss der eisern ins Meer fließt
Der sich nicht abbringen lässt egal wie schwer's ist
Selbst den größten Stein fürchtet er nicht
Auch wenn es Jahre dauert bis er ihn bricht

Und wenn dein Wille schläft dann weck ihn wieder
Denn in jedem von uns steckt dieser Krieger
Dessen Mut ist wie ein Schwert
Doch die größte Waffe ist sein Herz

Lasst uns aufstehn
Macht euch auf den Weg

An alle Krieger des Lichts
An alle Krieger des Lichts
Wo seid ihr

Ihr seid gebraucht hier
Macht euch auf den Weg
An alle Krieger des Lichts
Das hier geht an alle Krieger des Lichts

Hab keine Angst vor deinen Schwächen
Fürchte nie deine Fehler aufzudecken
Sei bedacht, beruhigt und befreit
Sei auch verrückt von Zeit zu Zeit

Lass dich nicht täuschen auch wenn's aus Gold ist
Lass dich nicht blenden erst recht von falschem Stolz nicht
Lerne vergeben und verzeihn
Lerne zu fesseln und zu befreien

Lasst uns aufstehn

Macht euch auf den Weg
An alle Krieger des Lichts
Wo seid ihr

Ihr seid gebraucht hier
Macht euch auf den Weg
An alle Krieger des Lichts
Das hier geht an alle Krieger des Lichts

Und er kennt seine Grenzen
Und geht trotzdem zu weit
Kein Glück in der Ferne
Nachdem er nicht greift
Seine Macht ist sein Glaube
Um nichts kämpft er mehr
Und das immer und immer wieder
Deswegen ist er ein Krieger

Das ist ein Aufruf
Das hier geht an alle Krieger
An alle Krieger

Das ist ein Aufruf
Und dieser Aufruf geht an alle Krieger des Lichts
An alle Krieger des Lichts
Das hier geht an alle Krieger des Lichts


„Krieger des Lichts“ von der Gruppe Silbermond.

Ist der Kämpfer, den Paulus in seinem Epheserbrief beschreibt, nicht auch so ein Krieger des Lichts?


So wohl Silbermond als auch Paulus beschreiben ja einen ganz besonderen Kämpfer.

Bei Paulus besteht der Lendengurt des Kämpfers aus der Wahrheit, der Brustpanzer aus Gerechtigkeit. Er trägt das Schild des Glaubens und das Schwert des Geistes.

Bei Silbermond ist für den Krieger des Lichts die größte Waffe sein Herz und seine Macht ist sein Glaube. Und der Krieger des Lichts sollte lernen, zu vergeben und zu verzeihn.

Und, sowohl bei Paulus als auch bei Silbermond ist ein jeder von uns aufgefordert, den Krieger des Lichtes, den Kämpfer, in sich selbst zu entdecken: „Ihr seid gebraucht hier!“; „Zieht an die Waffenrüstung Gottes!“.


Heute nun werdet Ihr konfirmiert. Ihr werdet durch die Konfirmation sozusagen stark gemacht, als Krieger des Lichts, als Kämpfer Gottes auftreten zu können. Zu diesem Zurüsten gehört es, dass Ihr heute vor Eurer Familie, dieser Gemeinde und vor Gott erklärt, dass Ihr im christlichen Glauben bleiben und wachsen wollt. Auf der anderen Seite erhaltet Ihr den Segen Gottes, der Euch Kraft geben soll. So dass Ihr der Aufforderung des Paulus gemäß leben könnt: „Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke.“


Mir ist das Bild des Kriegers oder Kämpfers sehr wichtig. Sicher aus meiner eigenen Biographie heraus – unter anderem auch als Christ in der DDR-Zeit.

Zum Leben gehören auch Kämpfe, die ausgefochten werden müssen. Da gibt es Niederlagen und auch immer wieder Erfolge.


Christliches Leben bedeutet für mich nicht, sich hängen zu lassen so nach dem Motto: „Wie ich die Schule abschließe, mit welcher Klasse, das ist mir wurst“; „Was aus meinem Leben wird ist sowieso egal. Sollen sich doch andere darum kümmern“

Kämpft, liebe Konfirmanden, kämpft für das Glück in Eurem Leben. Seid stark. Dafür der Segen heute.


Doch wofür oder wogegen sollt Ihr kämpfen? Und wie? Paulus zählt Tugenden auf, mit denen Ihr Euch kleiden möget: Wahrheit, Gerechtigkeit, Glaube. Das Wort Gottes soll Euch die Schärfe geben.

„Krieger des Lichts“ möget Ihr sein und werden.

Denn leider ist es so: Sehr faszinierend ist es, ein Kämpfer des Bösen zu werden. Der Kämpfer des Bösen hat Spaß daran, Macht über andere auszuüben. Dann fühlt er sich selbst groß und stark.

Wenn mehrere Leute sich zusammentun gegen einen einzelnen und ihn so in die Ecke stellen, dann ist das nicht heldenhaft, sondern feige.

Während der Konfirüste hatten wir uns mit rechtsradikaler Gesinnung beschäftigt und wie Menschen dazu kommen. Auch hier geht es darum; Macht über andere auszuüben und sich dabei ganz groß vorzukommen – gerade auch wenn man sich im Grunde seines Herzens ganz klein fühlt.

Aber man muss nicht unbedingt rechts sein, um Spaß daran zu haben, sich über andere zu erheben, die Schwächen des anderen auszunutzen, sich über andere lustig zu machen.

Diese negative Seite steckt in jedem Menschen.


Aber glücklicher Weise müsst Ihr Euch von dieser dunklen Seite in Euch nicht beherrschen lassen. Denn in einem jeden von Euch lebt auch ein Krieger des Lichts. Paulus und Silbermond wollen ihn in Euch wecken und stärken. „Seid stark in dem Herrn“ – schreibt Paulus. Und Silbermond beschreibt in ihrem Lied Eigenschaften des Kriegers des Lichts: „Hab keine Angst vor deinen Schwächen, fürchte dich nie deine Fehler aufzudecken“.


Der Krieger des Lichts erhebt sich nicht über andere, indem er Fehler und Schwächen bei den anderen sucht und sich daran erfreut. Vielmehr nimmt er seine eigenen Mängel wahr und weiß, dass auch sie zum Leben dazugehören. Das hat etwas mit Wahrheit zu tun, mit der sich der Kämpfer Gottes umgürten soll, wie Paulus schreibt.


In dem Lied heißt es auch: „Lass dich nicht blenden erst recht von falschem Stolz nicht“. „Falscher Stolz“ ist es, wenn ich mich groß fühle, indem ich andere anscheinend klein mache. Das wäre eine Verblendung.

„Lass dich nicht blenden erst recht von falschem Stolz nicht!“

„Lerne vergeben und verzeihn“ singen Silbermond ganz im Sinne von Jesus Christus. „Lerne vergeben und verzeihn“.

Da steckt eine ungeheure Reife drin, sich seiner eigenen Fehler und Schwächen bewusst zu werden und anderen die Hand zu reichen. Mitunter muss man dabei auch um Hilfe von außen bitten, um Hilfe von Dritten.


Die Stärke, die der Kämpfer des Lichts erhält, seinen Weg gehen zu können, bekommt er aus seinem Glauben. „Seine Macht ist sein Glaube“, singt Silbermond.

Der Blick auf Jesus, darauf, wie er im Vertrauen auf Gott Umgang mit anderen Menschen pflegte, gibt Orientierung, Halt und Kraft. Jesus entdeckte in jedem Menschen Kostbares, Einmaliges und wollte, dass wir miteinander liebevoll umgehen.


Es gehört schon eine Menge Mut dazu, als Krieger des Lichts, als Kämpfer Gottes in dieser Welt zu leben.


Heute versprecht Ihr dies. Wenn Ihr nicht dazu bereit seid den guten Kampf im Leben zu kämpfen – im Sinne von Jesus Christus, solltet Ihr besser nicht zum Altar kommen. Die Feier am Nachmittag könnt Ihr ja trotzdem machen.

Doch all denen von Euch, die als Krieger des Lichts leben wollen, als Kämpfer Gottes, gilt die Zusage und Aufforderung des Paulus:

„Seid stark in dem Herrn und in der Macht seiner Stärke!“


- Amen -

 

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